Standby-Kosten entstehen nicht nur beim Fernseher: In vielen Haushalten laufen Router, Drucker, Soundbar, Spielkonsole, Kaffeemaschine, Ladegeräte, smarte Lautsprecher oder der Receiver dauerhaft im Hintergrund. Das Problem: Einzelne Geräte fallen kaum auf, zusammen werden daraus schnell einige hundert Kilowattstunden pro Jahr. Und genau das ist der Grund, warum viele Stromrechnungen höher sind als erwartet, obwohl „eigentlich sparsam gelebt“ wird. Wer Standby-Kosten senken will, braucht keine großen Investitionen – sondern ein System, das zum eigenen Alltag passt.
Was Standby-Kosten wirklich sind – und warum sie so teuer werden
Standby bedeutet: Das Gerät ist nicht vollständig ausgeschaltet, sondern bleibt in Bereitschaft. Dadurch kann es schneller starten, auf Signale reagieren oder Einstellungen speichern. Technisch sind das oft mehrere Betriebszustände: echtes Standby, Netzwerk-Standby, „Schnellstart“-Modus, dauerhafte Hintergrundverbindungen oder ein externes Netzteil, das schon Strom zieht, sobald es in der Steckdose steckt.
Das Entscheidende: Standby-Kosten entstehen jede Minute – auch nachts, während der Arbeit, im Urlaub. Ein Gerät mit nur 5 Watt Dauerverbrauch klingt nach fast nichts. Aber 5 Watt rund um die Uhr ergeben im Jahr 5 W × 24 × 365 = 43,8 kWh. Bei 0,35 Euro pro kWh sind das rund 15 Euro – nur für ein einziges Gerät. In vielen Wohnungen laufen davon nicht eins, sondern zehn oder mehr.
Die typischen „unsichtbaren“ Stromfresser im Alltag
Die meisten Haushalte haben nicht zu hohe Standby-Kosten, weil sie „zu viel fernsehen“, sondern weil viele Geräte still mitlaufen. Besonders auffällig wird das in Situationen, die fast jeder kennt: Abends wird der Fernseher ausgeschaltet, die LED am Gerät bleibt aber an. Die Konsole ist aus, lädt aber Controller weiter. Der Router läuft durch, obwohl nachts niemand online ist. Im Arbeitszimmer steht ein Drucker, der selten benutzt wird, aber dauerhaft bereit ist. Und in der Küche hängt die Kaffeemaschine am Netz, damit die Uhr leuchtet.
Ein weiterer Klassiker sind Ladegeräte. Viele bleiben dauerhaft in der Steckdose – auch ohne Smartphone. Einige ziehen im Leerlauf wenig, andere überraschend viel, vor allem billige Netzteile oder Mehrfach-Ladehubs. Dazu kommen Geräte, die „eigentlich aus“ sind, aber wegen Komfortfunktionen permanent nach Updates oder Signalen suchen: Smart-TV, Streaming-Box, Soundbar, smarte Lautsprecher, Repeater.
So erkennst du Standby-Kosten, ohne Technik-Fachwissen
Standby-Kosten sind deshalb so ärgerlich, weil sie sich verstecken. Ein guter Start ist immer die Frage: Welche Geräte hängen dauerhaft am Strom, obwohl sie nicht durchgehend gebraucht werden? Dabei hilft ein kurzer, ehrlicher Blick in den Alltag: Was läuft auch dann, wenn niemand zuhause ist? Was leuchtet nachts? Was wird nur einmal pro Woche genutzt, hängt aber 24/7 am Netz?
Am einfachsten ist der Check über drei Schritte: Erst die Dauerläufer identifizieren, dann den Verbrauch realistisch einschätzen, anschließend eine Routine festlegen, die wirklich eingehalten wird. Wer nur „mal schauen“ will, spart selten dauerhaft. Wer eine feste Abschalt-Logik schafft, reduziert Standby-Kosten jeden Monat automatisch.
Rechenbeispiele: So schnell summieren sich Standby-Kosten
Standby-Kosten werden greifbar, wenn sie in Euro pro Jahr gerechnet werden. Hier ein typisches Szenario aus einem normalen Haushalt:
- Smart-TV im Netzwerk-Standby: 6 Watt → ca. 52,6 kWh/Jahr → rund 18 Euro/Jahr
- Spielkonsole im Schnellstart: 10 Watt → ca. 87,6 kWh/Jahr → rund 31 Euro/Jahr
- Receiver/Streaming-Box: 5 Watt → ca. 43,8 kWh/Jahr → rund 15 Euro/Jahr
Schon diese drei Geräte können zusammen rund 64 Euro pro Jahr kosten – ohne dass aktiv etwas genutzt wird. Dazu kommen oft Soundbar, Drucker, WLAN-Repeater, Ladegeräte, Mikrowelle mit Uhr, Kaffeemaschine, Babyphone oder smarte Bridge. Wer hier konsequent stoppt, kommt realistisch auf 80 bis 180 Euro Ersparnis pro Jahr – je nachdem, wie viele Geräte im Haushalt stehen und wie „komfortorientiert“ die Einstellungen sind.
Die größten Standby-Kosten-Verursacher: Komfortfunktionen, die niemand merkt
Der teuerste Fehler ist selten „vergessen auszuschalten“. Es sind Einstellungen, die Geräte absichtlich dauerhaft aktiv halten. Bei vielen Smart-TVs ist „Schnellstart“ oder „Quick Start“ eingeschaltet. Konsolen haben einen „Ruhemodus“, der Updates lädt und Controller versorgt. Streaming-Boxen bleiben im Netzwerk, damit sie sofort starten. Drucker halten Heizelemente oder WLAN-Verbindungen aktiv, um schneller bereit zu sein.
Diese Funktionen fühlen sich nach Komfort an, sind aber oft ein Strom-Abo ohne Gegenwert. In der Praxis sparen viele Haushalte mehr, wenn sie einmal pro Gerät die richtige Einstellung ändern, als wenn sie jeden Tag hektisch an Steckdosen ziehen.
Schritt-für-Schritt: Standby-Kosten senken, ohne dass es nervt
Der Schlüssel ist nicht, alles überall auszuschalten. Der Schlüssel ist, Geräte in Gruppen einzuteilen: Muss durchlaufen, soll meist aus, und nur gelegentlich aktiv. Dann wird daraus eine klare Routine.
1) Diese Geräte sollten (meist) durchlaufen
Einige Dauerläufer sind sinnvoll oder sogar notwendig: Kühlschrank, Gefriertruhe, Heizungssteuerung, medizinische Geräte, Router in Haushalten mit Smart-Home-Sicherheit oder bei beruflicher Erreichbarkeit. Auch hier kann man optimieren, aber nicht über „Stecker ziehen“, sondern über Einstellungen, Zeitpläne oder effizientere Geräte.
2) Diese Geräte sind die beste Spar-Zone
Alles, was nur abends oder gelegentlich genutzt wird, ist ideal: TV-Setup (TV, Soundbar, Receiver, Konsole), Drucker, Ladehubs, Unterhaltungselektronik, Repeater im Gästezimmer, Bürogeräte, Küchenkomfortgeräte. Genau hier sitzen die Standby-Kosten, die rund um die Uhr laufen, obwohl sie nur kurz gebraucht werden.
3) Aus der Idee wird eine Routine
Wer ernsthaft sparen will, braucht eine einfache Regel, die automatisch wird: Entweder über schaltbare Steckdosenleisten, smarte Steckdosen mit Zeitplan oder eine feste „Letzter Blick“-Routine am Abend. Entscheidend ist, dass es nicht kompliziert wird. Wenn das Abschalten jedes Mal drei Handgriffe und Kabelsalat bedeutet, hält das niemand lange durch.
Konkrete Spartipps, die sofort wirken
Viele Maßnahmen kosten fast nichts, bringen aber zuverlässig Geld zurück. Wichtig ist, nicht alles auf einmal zu wollen, sondern die größten Standby-Kosten zuerst zu stoppen.
- TV- und Entertainment-Ecke auf eine schaltbare Steckdosenleiste legen, sodass TV, Soundbar, Receiver und Konsole wirklich stromlos sind, wenn sie nicht genutzt werden.
- „Schnellstart“, „Ruhemodus“, „Netzwerk-Standby“ und ähnliche Komfortfunktionen in den Geräteeinstellungen deaktivieren – oft sinkt der Dauerverbrauch sofort deutlich.
- Ladegeräte, Mehrfach-USB-Lader und selten genutzte Netzteile konsequent aus der Steckdose ziehen oder auf eine schaltbare Leiste legen.
Mit diesen drei Punkten lassen sich in vielen Haushalten die Standby-Kosten am schnellsten halbieren, ohne dass sich der Alltag kompliziert anfühlt.
Alltagsszenario 1: Der Fernsehabend kostet auch nachts weiter
Typisch: Abends läuft TV, danach wird mit der Fernbedienung ausgeschaltet. Alles wirkt aus – aber LED und Netzwerk bleiben aktiv. Dazu Soundbar, Receiver und vielleicht eine Konsole im Schnellstart. Ergebnis: Über Nacht laufen 15 bis 30 Watt „unsichtbar“ weiter. Aufs Jahr gerechnet sind das schnell 130 bis 260 kWh – je nach Setup. Bei 0,35 Euro/kWh entspricht das etwa 45 bis 90 Euro.
Die praktikabelste Lösung ist selten „jedes Gerät einzeln ausschalten“. Es ist eine Steckdosenleiste mit Schalter oder eine smarte Steckdose, die ab einer Uhrzeit automatisch aus geht und morgens wieder an. Wer das einmal sauber einrichtet, spart dauerhaft, ohne daran denken zu müssen.
Alltagsszenario 2: Homeoffice mit Drucker, Monitor, Dockingstation
Im Arbeitszimmer laufen oft Geräte, die eigentlich nur während der Arbeitszeit gebraucht werden. Ein Drucker bleibt im WLAN, der Monitor hängt am Netz, ein Lautsprecher, die Dockingstation, vielleicht ein zweiter Router oder Repeater. Dazu ein Ladehub für Handy und Kopfhörer. Das summiert sich, weil es außerhalb der Arbeitszeit komplett unnötig ist.
Hier funktioniert ein klarer Schnitt: Eine „Büro-Leiste“, die nach Feierabend aus ist. Wer fünf Tage pro Woche 16 Stunden pro Tag abschaltet, spart spürbar, ohne Komfortverlust. Denn morgens wird eingeschaltet und alles ist da, wenn es gebraucht wird.
Alltagsszenario 3: Router, Repeater, Smart-Home – was kann wirklich aus?
Beim Router ist die Lage unterschiedlich. Manche Haushalte brauchen nachts WLAN für Updates, Smart-Home, Alarmanlage oder berufliche Erreichbarkeit. Viele brauchen es aber schlicht nicht. Wer nachts offline sein kann, kann mit einem festen Zeitplan arbeiten: WLAN aus in der Nacht, an am Morgen. Bei manchen Routern ist das direkt als Zeitsteuerung im Menü möglich, sonst über eine smarte Steckdose. Wichtig ist, vorher zu prüfen, ob Geräte wie IP-Telefonie, smarte Heizkörper oder Sicherheitsfunktionen davon abhängen.
Das spart nicht nur Standby-Kosten, sondern reduziert auch die Zahl der Dauerläufer im Haushalt. Der Effekt ist oft kleiner als bei der TV-Ecke, aber über das Jahr gerechnet trotzdem relevant.
Welche Lösung passt zu wem? Drei Wege, die wirklich funktionieren
Es gibt nicht die eine perfekte Methode. Entscheidend ist, wie der Haushalt tickt: eher „Routine“, eher „Technik“, eher „Minimalaufwand“.
Wer es simpel mag, setzt auf schaltbare Steckdosenleisten an den Hotspots (TV-Ecke, Büro, Ladebereich). Wer es komfortabel mag, nutzt smarte Steckdosen mit Zeitplänen – dann wird automatisch abgeschaltet. Wer es ganz konsequent will, kombiniert beides: Hotspots manuell, Einzelgeräte automatisch nach Uhrzeit.
Häufige Fehler, die Standby-Kosten unnötig hoch halten
Ein Klassiker ist „alles bleibt eingesteckt, weil es ja nur wenig ist“. Genau diese kleinen Beträge machen am Ende die Summe. Der zweite Fehler: Nur Geräte mit großer Leistung werden beachtet, aber die Dauerläufer ignoriert. Für die Stromrechnung zählt nicht nur Watt, sondern Watt über Zeit. Und der dritte Fehler: Es wird einmal optimiert, aber nach dem nächsten Umstellen oder Update sind Komfortfunktionen wieder aktiv. Viele Geräte aktivieren „Schnellstart“ nach Updates erneut. Wer langfristig sparen will, prüft die wichtigsten Einstellungen ein- bis zweimal im Jahr.
So machst du aus Standby-Kosten eine messbare Ersparnis im Jahr
Standby-Kosten lassen sich am besten über ein realistisches Sparziel motivierend machen: nicht „ein bisschen“, sondern „50 bis 150 Euro pro Jahr weniger“. Das klappt, wenn zuerst die großen Blöcke angegangen werden: Entertainment, Büro, Ladebereich. Danach lohnt sich der Feinschliff: einzelne Netzteile, selten genutzte Geräte, Komfortfunktionen. Ein Haushalt, der konsequent abschaltet, merkt den Effekt nicht nur an der Rechnung, sondern oft auch daran, dass nachts weniger leuchtet, weniger warm bleibt und weniger „still läuft“.
Wer das Thema ernst nimmt, erreicht eine dauerhafte Entlastung – ohne Verzicht und ohne ständiges Nachdenken. Standby-Kosten sind kein Schicksal, sondern eine Gewohnheit. Und Gewohnheiten lassen sich ändern, wenn sie einfach gemacht werden.
