Freitag, 5 Dezember 2025
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Auszahlungsplan

Ein Auszahlungsplan im ETF/Depot ist eine systematische Methode, regelmäßig Geld aus einem bestehenden Wertpapiervermögen zu entnehmen – z. B. für die (Vor‑)Rente, ein Sabbatical oder planbare Zusatzeinnahmen. Broker zahlen dabei monatlich, vierteljährlich oder jährlich einen festgelegten Betrag aus, indem sie Anteile verkaufen oder Ausschüttungen weiterleiten. Ziel ist, einen nachhaltigen Entnahmepfad zu definieren, der Kaufkraft erhält und das Depot nicht zu früh aufzehrt.

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Wie funktioniert ein Auszahlungsplan? Es gibt drei gängige Varianten: 1) Fixbetrag (z. B. 1.000 € pro Monat) – simpel, aber bei schwachen Märkten riskanter. 2) Prozentregel (z. B. 3–4 % p. a. vom Depotwert) – passt sich Marktschwankungen an. 3) Dynamisch (Inflationsanpassung, Korridore, „Guardrails“) – erhöht die Planungssicherheit. Rebalancing (Aktien/Anleihen/Barreserve) dient als Puffer; Entnahmen aus der Bar‑ bzw. Anleihenquote glätten schwache Jahre (Stichwort Reihenfolgen‑Risiko/Sequence of Returns).

Produktwahl: Breit gestreute ETFs (weltweit/All‑World) reduzieren Einzeltitelrisiken. Ausschüttende ETFs liefern laufende Erträge; thesaurierende benötigen Teilverkäufe, sind aber steuerlich oft effizient und planbar. Eine Liquiditätsreserve von 6–24 Monaten Auszahlungen hilft, in Bärenmärkten keine Aktien verkaufen zu müssen.

Steuern (Deutschland): Erträge aus ETFs unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Für Aktien‑ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 % (Misch‑/REIT‑ETFs abweichend). Der Sparer‑Pauschbetrag (z. B. 1.000 €/2.000 €) sollte per Freistellungsauftrag genutzt werden. Bei thesaurierenden Fonds fällt eine Vorabpauschale an, die in schwachen Zins-/Renditejahren gering oder null sein kann. Verkäufe realisieren Kursgewinne – Timing und Verlustverrechnungstöpfe beachten.

Praxis‑Setup: Entnahmerhythmus festlegen, Depotstruktur definieren (z. B. 60/40 + Cash‑Puffer), Rebalancing‑Regeln dokumentieren, jährlichen Entnahme‑Check (Inflation, Rendite, Lebenssituation) durchführen. Bei größeren Vermögen/Rentenbeginn lohnt ein Finanzplan inkl. Steuer‑ und Erbfolgethemen.

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